Foto: Pixabay / PexelsDigitale Notfallcheckliste: Was du jetzt sichern musst (PDF)
Vollständige digitale Notfallcheckliste: Datensicherung, Passwörter, Offline-Backups und Cybersicherheit für den Krisenfall – alles auf einer Seite.
Deine digitale Notfallcheckliste
Diese Checkliste deckt alle Bereiche der digitalen Krisenvorsorge ab. Arbeite sie einmal durch und überprüfe sie jährlich.
Bereich 1: Datensicherung (Backup)
Lokales Backup
- Externe Festplatte (mind. 1 TB): Angeschafft und formatiert
- Automatisches Backup eingerichtet:
- Windows: Einstellungen → Windows Sicherung → Aktivieren
- macOS: System → Time Machine → Aktivieren
- Backup-Frequenz: Täglich automatisch
- Backup-Test: Einmal jährlich Datei aus Backup wiederherstellen (funktioniert es wirklich?)
Cloud-Backup
- Cloud-Dienst ausgewählt (Backblaze, pCloud, iCloud, OneDrive, Google Drive)
- Kritische Ordner zum automatischen Cloud-Sync hinzugefügt:
- Dokumente
- Fotos
- Desktop
- Speicherplatz ausreichend: Mind. 100 GB für typischen Haushalt
- Verschlüsselung: End-to-end verschlüsselt oder Zero-Knowledge-Provider
Offline-Backup (für totalen Krisenfall)
- Verschlüsselter USB-Stick (16+ GB): Vorhanden
- Inhalt des USB-Sticks (als PDF gespeichert):
- Personalausweis (Scan beider Seiten)
- Reisepass (Datenseite)
- Geburtsurkunden der Haushaltsmitglieder
- Krankenversicherungskarten (Vorder- und Rückseite)
- Aktuelle Medikamentenliste (Wirkstoff, Dosis, Häufigkeit)
- Versicherungspolice-Zusammenfassung (Versicherungsnummer + Kontakt)
- Kontonummer/IBAN der Hauptkonten
- Mietvertrag oder Eigentümernachweis
- USB-Stick verschlüsselt mit VeraCrypt oder BitLocker
- Backup-Passwort für USB-Stick auswendig bekannt oder sicher notiert (getrennt vom Stick)
- Update-Frequenz: Vierteljährlich
Gedruckte Notfallunterlagen
- Notfallkontaktliste ausgedruckt:
- Alle Haushaltsmitglieder mit Handynummern
- Eltern, Geschwister, engste Freunde
- Hausarzt und Facharzt
- Tierarzt (falls zutreffend)
- Versicherung (Kranken, Hausrat, Haftpflicht)
- Bank (Notfallnummer für Kartensperrung)
- Polizei (110), Feuerwehr/Rettung (112), ärztlicher Bereitschaftsdienst (116 117)
- Ausgedruckte Liste wasserdicht verpackt (Plastiktüte oder Laminierung)
- Aufbewahrungsort bekannt (Evakuierungstasche)
Bereich 2: Passwörter und Zugangsdaten
Passwort-Manager
- Passwort-Manager installiert (Bitwarden, 1Password, KeePass):
- Alle kritischen Dienste mit einzigartigen Passwörtern versehen:
- E-Mail (primär)
- E-Mail (sekundär, falls vorhanden)
- Online-Banking
- Cloud-Speicher
- Social Media (Facebook, Instagram, Twitter)
- Amazon / Onlineshops
- Behördenportale (ELSTER, Bürgerservice)
- Master-Passwort auswendig gewusst und nirgends digital gespeichert
- Passwort-Manager-Export als verschlüsselte Datei auf USB-Stick gespeichert
Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA)
- 2FA aktiviert für kritische Dienste:
- Primäres E-Mail-Konto
- Online-Banking (meist SMS, aber Authenticator bevorzugen)
- Cloud-Speicher
- Google-Konto / Apple-ID
- Backup-Codes heruntergeladen und offline gespeichert (für jeden 2FA-Dienst)
- Authenticator-App (Google Authenticator, Aegis, Authy): Installiert und eingerichtet
Bereich 3: Gerätesicherheit
Grundlegende Sicherheit
- Betriebssystem aktuell (automatische Updates aktiviert)
- Browser aktuell
- Antivirensoftware: Windows Defender (Windows), Gatekeeper (macOS) – kein zusätzliches Programm nötig
- Bildschirmsperre: Aktiviert auf allen Geräten (Handy, Laptop, Tablet)
- Festplattenverschlüsselung:
- Windows: BitLocker aktiviert
- macOS: FileVault aktiviert
- Smartphone: Standardmäßig verschlüsselt bei modernen Geräten
Router und Netzwerk
- Router-Passwort vom Hersteller-Standard geändert
- WLAN-Passwort sicher (mind. 12 Zeichen, keine Wörterbuchwörter)
- Gäste-WLAN für IoT-Geräte (Smart TV, Alexa, smarte Steckdosen)
- Router-Firmware aktuell
Bereich 4: Kommunikation im Krisenfall
Offline-Kommunikation
- Signal-App installiert (verschlüsselter Messenger)
- WhatsApp als Backup: Auf bekannte Kontakte verlassen, Offline-Alternativen kennen
- Kurbelradio: Für offiziellen Informationen ohne Internet
- Vereinbarte Treffpunkte mit Familie für Kommunikationsausfall
Krisenkommunikation vorab geregelt
- Außerhalb-Kontakt bestimmt: Person die als Nachrichtenzentrale dient wenn lokale Netze überlastet
- Alle Haushaltsmitglieder kennen diesen Kontakt
- Nachrichten-Protokoll: Bei Evakuierung → sofort Außerhalb-Kontakt informieren
Bereich 5: Jährliche Überprüfung
- Backup testen: Datei aus Backup wiederherstellen
- USB-Stick aktualisieren: Dokumente mit neuen Versionen ersetzen
- Passwörter auditieren: Schwache oder wiederverwendete Passwörter ersetzen
- Kontaktliste aktualisieren: Neue Nummern, verstorbene Personen entfernen
- Cloud-Speicher: Veraltete Dateien aufräumen, Speicherplatz prüfen
Digitale Krisenvorsorge ist in 2–3 Stunden erledigt und danach läuft vieles automatisch. Fange heute mit Punkt 1 an – dem Backup.




